Planung

#2 Weltreise vs. Arbeit – Was mache ich mit meinem Job?

25/08/2017

Der Gedanke an eine so lange Reise war wahnsinnig toll, aber bei dem ersten Gespräch über die Reise kam mir immer ein Gedanke in den Sinn, der mir wirklich Bauchschmerzen bereitete: „Was mache ich mit meinem Job?“

Zu Beginn gab es für mich nichts schlimmeres, als den Gedanken arbeitslos zu sein und eine Millionen Fragen schwirrten in meinem Kopf herum. Kann man sich 6 Monate Urlaub nehmen? Finde ich nach der Zeit einen neuen Job, wenn ich kündige? Gibt es nicht so etwas wie Sabbatical? Sieht das alles in meinem Lebenslauf „schlecht“ aus?


Weltreise vs. Arbeit //

Meine Situation ist folgende: Ich arbeite in Köln in der Werbebranche, um genau zu sein, arbeite ich in einer Agentur. Ich kann jetzt keine große Story von Burn Out, zahlreichen Überstunden und Co. erzählen. Und ich möchte auch keine 180 Grad Drehung machen, denn ich bin happy mit meinem Job und grundsätzlich liebe ich was ich tue.

Mein Job ist gut, gut bezahlt und ich habe klasse Kollegen. Ganz unspektakulär. Ich habe nur gigantisches Fernweh. So groß, dass ich mich unwohl fühle und mich nach einer 40 Stunden Woche frage, was genau ich die letzten 5 Tage gemacht habe und wie weit das meinen Horizont erweitert hat. Ich fühle mich, als würde etwas nicht stimmen. Und zwar ordentlich nicht.

Ich sitze an der Arbeit, zwischen Kundenterminen und Schreibtisch, Präsentationen und Mailantworten und frage mich, wo ich jetzt gerade sein könnte, wenn nicht hier. Was ich tun könnte, wenn ich es mir gerade aussuchen könnte. Wenn mich kein Vertrag an diesen Ort binden würde. Wäre ich dann glücklicher, erfüllter, zufriedener?

Manchmal sind wir so sehr im Alltag gefangen, dass wir nicht merken was uns vielleicht fehlt. Und manchmal sind wir auch einfach zu bequem etwas an unserer Situation zu ändern. Aber bei mir kam es in den letzten Tagen, Wochen, Monaten immer mehr hoch.

Aber… was habe ich für Möglichkeiten als Arbeitnehmerin?


Die Optionen wenn man im Job steckt //

1 Freistellung bzw. unbezahlter Urlaub

Bei einer Beurlaubung bleiben in der Regel alle Ansprüche erhalten. Man kann alle für sich und den Arbeitgeber anfallenden Kosten auf Null runterfahren und tritt nach der Reise ganz normal wieder seine alte Stelle an.

Sabbatical

Der Unterschied zum unbezahlten Urlaub ist folgender: Ein Sabbatical ist eine Art bezahlter Langzeiturlaub. Nach einer Einigung mit dem Arbeitgeber kann man beispielsweise voll arbeiten mit einer 50%tigen Auszahlung des Gehalts und die restlichen 50% werden während des Sabbatjahrs ausgezahlt. Dabei werden für alle Versicherungen die Beiträge weiter gezahlt.

3 Die Zeit zwischen dem Jobwechsel nutzen

Sollte der Arbeitgeber zu allem „Nein“ sagen, wäre die dritte Möglichkeit: Kündigen und im Vorfeld vielleicht einen neuen Job sichern. Sodass man sich vielleicht auf einen Job bewirbt, der erst in einem Jahr beginnt. So kommt man zurück und hat die Sicherheit, direkt ein festes Einkommen zu haben.

 Kündigung

Ein mächtiges Wort, das alles ändert. Kündigen, losreisen und einmal alles auf Null stellen. Ehrlich? Es hat tatsächlich super viele Nachteile. Versicherungen, Rente, Unsicherheit, Finanzen, was danach, und und und. Aber trotzdem gibt es einen großen Vorteil, den sonst keine der Möglichkeiten hat: Das absolute Loslassen.


Die Entscheidung //

Als sehr vorsichtiger und sicherheitsliebender Mensch war für mich die Option 1, die Freistellung, die mit der ich mich am meisten anfreunden konnte. Urlaub haben und danach gehts einfach wie gewohnt weiter. Schön bequem, oder?

Ich habe mir tagelang den Kopf darüber zerbrochen. Und habe trotz meiner Angst die Entscheidung getroffen: Ich kündige meinen Job – ohne mir vorab einen neuen zu suchen. 

Ich wollte einfach mal von vorne anfangen. Neustarten. Etwas wagen. Unabhängig und frei sein. Und ja, das ist es mir wert, die ganzen Nachteile in Kauf zu nehmen.

Ob das die richtige Entscheidung war, kann ich in einem halben Jahr erst berichten. Aber eins steht jetzt schon fest: Ich fühle mich besser denn je. Und alleine für dieses Gefühl hat es sich gelohnt.

No Comments

Leave a Reply